
Es war ein gebührender „F*CK CANCER“-Spieltag, den Eishockey-Zweitligist Eisbären Regensburg im Heimauftritt gegen den ESV Kaufbeuren aufs Eis brachte. Nicht nur sorgten die Geschichten der zahlreichen involvierten Kinder, die allesamt indirekt oder direkt von der Krebskrankheit betroffen sind oder waren und rund um die besondere Partie einmalige Erfahrungen in der Donau-Arena sammeln durften, schon vor Puckdrop für Gänsehautstimmung und emotionale Momente – auch das Spielgeschehen schien von der Kampfkraft und dem Durchhaltevermögen der kleinen Helden beeinflusst. Denn so arbeiteten sich die in Sondertrikots antretenden Oberpfälzer vor 4521 Fans nach zweimaligen Zwei-Tore-Rückständen doch noch zurück und brachten spät den verdienten 4:3-Comeback-Sieg nach Overtime (0:1/2:2/1:0/1:0) unter Dach und Fach. Symbolisch und moralisch unterstützt von Neuzugang Paul Zschernitz (der Elfjährige hat den Krebs besiegt, lebt aber bis heute mit den Folgen der intensiven und langwierigen Behandlungen und des harten Kampfes) steckten die Rot-Weißen auch nach dem 0:2 durch ESVK-Treffer von Ex-Nationalspieler Brent Raedeke (17. Minute) und Yannik Burghart (21.) nicht zurück. Selbst als die Gäste unmittelbar nach dem Anschluss durch David Morley (26.) ihrerseits durch Kapitän Bernhard Ebners 3:1(27.) wieder davonzogen, waren Wille und Einsatz der Schützlinge von Trainer Peter Flache nicht gebrochen. Kevin Slezak verkürzte auf 2:3 (28.) und entfachte damit einen regelrechten Sturmlauf auf das Tor der Ostallgäuer. Und mit dem späten 3:3-Ausgleich sechs Sekunden vor dem Ende der Regulären Spielzeit durch abermals Morley belohnten sich die Eisbären für ihren couragierten und nimmermüden Auftritt (60.). In der fälligen Overtime fälschte dann Alexander Berardinelli einen Kracher von Jakob Weber unhaltbar zum 4:3-Siegtreffer in die Maschen ab (63.) und sorgte damit für den perfekten Abschluss eines ganz besonderen Abends. Durch den Heimerfolg im wohl emotionalsten Spiel des Jahres verteidigten die Oberpfälzer ihren starken vierten Rang in der DEL-2-Tabelle (jetzt 58 Punkte), Kaufbeuren blieb trotz eines ergatterten Zählers als Schlusslicht auf dem 14. Platz (27). Weiter geht es für die Domstädter schon am morgigen Dienstag,20. Januar, mit der weiten Auswärtsfahrt zu den Wölfen des EHC Freiburg. Spielbeginn in der Echte-Helden-Arena des Vorletzten ist um 19:30 Uhr. Auch am Freitag darauf, 23. Januar, steht den Rot-Weißen eine lange Reise bevor: Dann sind sie ab 19:30 Uhr bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser gefordert. Zuhause sind die Schützlinge von Trainer Peter Flache dann erst am kommenden Sonntag, 25. Januar, wieder im Einsatz, wenn ab 17 Uhr der aktuelle Ranglistennachbar Ravensburg Towerstars in der Donau-Arena gastiert. Tickets gibt es unter www.ebr.live.
Einen Video-Nachbericht mit Armin Wolf und einem der „F*CK CANCER“-Kinder, Milan Kollmer, inklusive Interviews mit Spezial-Neuzugang Paul Zschernitz, Verteidiger Jakob Weber und Stürmer Constantin Ontl gibt es auf der offiziellen Facebook-Seite der Eisbären!
Die Pressekonferenz und die Highlights sind auf dem offiziellen Eisbären-YouTube-Kanal zu finden unter
https://youtube.com/@eisbaerenregensburgofficial
Unter dem Motto „F*CK CANCER“ wirkten erneut über 30 direkt oder indirekt von Krebs betroffene Kinder am Heimspieltag des Eishockey-Zweitligisten Eisbären Regensburg gegen den ESV Kaufbeuren mit: Sie führten Spielerinterviews, kommentierten den Livestream auf Sporteurope.tv, führten die Pressekonferenz, fuhren auf der Eismaschine, schwenkten die Fahnen, halfen dem Stadionsprecher – und sammelten so viele unvergessliche Erinnerungen. Allen voran feierte aber der Neuzugang der Domstädter, Paul Zschernitz, sein Debüt in der DEL 2: Der Elfjährige, der den Krebs besiegt hat, aber bis heute mit den Auswirkungen lebt, hatte anlässlich der Aktion einen Profivertrag beim Klub unterschrieben und lief vor der Begegnung mit den in Sondertrikots antretenden Profis auf. Frenetisch wurde Zschernitz von den 4521 Fans in der Donau-Arena empfangen, nicht wenigen bescherte seine Geschichte Gänsehaut oder trieb ihnen gar die Tränen in die Augen…
Sportlich setzte Eisbären-Trainer Peter Flache gegen das Tabellenschlusslicht aus dem Allgäu auf einen ähnlichen Kader wie zuletzt – einzig im Sturm ergab sich eine Änderung: Ob der Rückkehr des zuletzt erkrankten Kevin Slezak pausierte Marks Jirgensons, der indes in der U-20-DNL bei der knappen 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen der Jungeisbären in Rosenheim ein Tor und einen Assist markierte. Bryce Kindopp stand nicht im Line-up, Lukas Krieger fehlte verletzt. In der Defensive spielte Marian Bauer nicht. Das Tor hütete von Beginn an Jonas Neffin, sein Back-up war Konrad Fiedler – Cole Daniesmeier stand ebenfalls bei der U 20 auf dem Eis.
Nach ausgeglichenem Beginn mit Chancen auf beiden Seiten und leichtem Übergewicht zugunsten der Hausherren (unter anderem Pfostenschuss durch Pierre Preto – 4. Minute), setzten die Gäste aus dem Allgäu den ersten Treffer: Ex-Nationalspieler Brent Raedeke schnappte sich die Scheibe, umkurvte mit einer starken Einzelleistung die gegnerische Defensive und ließ auch Neffin keine Chance – 1:0 für die Buron Joker (17. Minute). Trotz guter Möglichkeiten auf den Ausgleich blieb es bis zur ersten Pause bei der knappen Führung des ESVK.
Nach Wiederbeginn ging es dann ganz schnell: Gerade einmal 36 Sekunden benötigten die Schwaben, um den Puck in Person von Yannik Burghart erneut an Neffin vorbei in die Maschen zu bugsieren (21.). Zwar antworteten die Rot-Weißen zügig und verkürzten durch den von Topscorer Corey Trivino stark freigespielten David Morley auf 1:2 (26.). Doch die Joker nutzten kurz darauf (nur 24 Sekunden nach dem Regensburger Tor) ihr erstes Powerplay des Abends schon nach wenigen Augenblicken zum 3:1 durch einen platzierten Hammer in den Winkel von Kapitän Bernhard Ebner (27.). Abermals schüttelten die Oberpfälzer den Rückschlag schnell wieder ab: Nur rund eine Minute später hatte Kevin Slezak keinerlei Mühe, ins verwaiste ESVK-Gehäuse einzuschieben – Gäste-Keeper Cody Porter hatte sich in der Szene verletzt und konnte nicht eingreifen (28.). In einer zuweilen etwas zerfahrenen Partie spielten sich in der Folge die Schlussmänner zunehmend in den Vordergrund: Hüben zeichnete sich Neffin mehrfach aus und hielt seine Mannen dadurch weiter in Schlagdistanz, einmal rettete auch das Aluminium für die Gastgeber, drüben war Porter-Ersatz Rihards Babulis direkt im Mittelpunkt des Geschehens und verhinderte den eigentlich überfälligen Ausgleich, unter anderem durch eine absolute Glanzparade gegen Trivino (32.).
Im (vermeintlichen) Schlussabschnitt erhöhte Regensburg zunehmend den Druck, um den Ausgleich noch zu erzwingen. Doch was sie auch versuchten – ob Alex Berardinelli, der ein scharfes Zuspiel von Jeremy Bracco in Überzahl an den Pfosten lenkte (42.), Preto,der einschussbereit am langen Pfosten die Scheibe nicht richtig erwischte (48.), Constantin Ontl und Donát Péter, die kurz nacheinander den Rebound verpassten (49.), Jakob Weber mit diversen gefährlichen und wuchtigen Distanzkrachern oder Morley, dessen Schuss Babulis zwar durchrutschte, dann jedoch im Kullertempo um Haaresbreite am Kasten vorbeirutschte (60.): Kein Eisbär brachte den Puck über die Linie. Das änderte sich auch in einer fünfminütigen Überzahl nach einer Spieldauer gegen Burghart zunächst nicht. Erst in einer dramatischen Schlussphase fiel sechs Sekunden vor Ende der Regulären Spielzeit das erlösende 3:3: Die Eisbären hatten schon längst Neffin für den sechsten Feldspieler vom Eis genommen, Berardinelli gewann das Bully in der Offensiven Zone, Guillaume Naud bediente sofort den links lauernden Morley und der zog direkt und punktgenau in den Winkel ab (60.).
Ein umjubelter Treffer, die Donau-Arena bebte – und sollte wenig später endgültig explodieren. Denn in der fälligen Verlängerung hatte Berardinelli erst nach wenigen Sekunden eine Großchance, bei der er gefoult wurde, bei angezeigter Strafe scheiterte dann Morley nach schönem Spielzug nur knapp (beides (61.). Doch im folgenden Powerplay spielten es die Eisbären geduldig, Weber bekam die Chance auf den Onetimer, Berardinelli fälschte unhaltbar ab – und die Scheibe schlug hinter Babulis zum 4:3-Siegtor ein (63.).
Durch den Heimsieg im wohl emotionalsten Spiel des Jahres verteidigten die Oberpfälzer ihren starken vierten Rang in der DEL-2-Tabelle (jetzt 58 Punkte), Kaufbeuren blieb trotz eines ergatterten Zählers als Schlusslicht auf dem 14. Platz (27). Weiter geht es für die Domstädter schon am morgigen Dienstag, 20. Januar, mit der weiten Auswärtsfahrt zu den Wölfen des EHC Freiburg. Spielbeginn in der Echte-Helden-Arena des Vorletzten ist um 19:30 Uhr. Auch am Freitag darauf, 23. Januar, steht den Rot-Weißen eine lange Reise bevor: Dann sind sie ab 19:30 Uhr bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser gefordert. Zuhause sind die Schützlinge von Trainer Peter Flache dann erst am kommenden Sonntag, 25. Januar, wieder im Einsatz, wenn ab 17 Uhr der aktuelle Ranglistennachbar Ravensburg Towerstars in der Donau-Arena gastiert. Tickets gibt es unter www.ebr.live.
Sonntag, 18. Januar 2026 – Donau-ArenaRegensburg – Beginn: 17 Uhr.
Regensburg: Jonas Neffin (60:17 Minuten) und Konrad Fiedler (beide Tor) – Sean Giles, Guillaume Naud, Pascal Zerressen (A), Nick Mähler, Maximilian Merkl, Patrick Demetz (2 Strafminuten) und Jakob Weber (alle Abwehr)– Alexander Berardinelli, Corey Trivino, David Morley, Kevin Slezak, Samuel Payeur, Jeremy Bracco, Pierre Preto (A), Donát Péter, Constantin Ontl (A), Aleandro Angaran (2), Nikola Gajovský (C) und Yuma Grimm (alle Sturm).– Trainer: Peter Flache (Headcoach) und Hugo Boisvert (Assistent).
Kaufbeuren: Cody Porter (27:22 Minuten) und Rihards Babulis (34:55/beideTor) – Bernhard Ebner (C), Paul Mayer, Nicolas Appendino (A/2 Strafminuten), Rio Kaiser, Maximilian Kislinger, Dominik Groß (2) und Jakob Peukert (alleAbwehr) – Yannik Burghart (5+Spieldauer), Tyson McLellan (A), Max Oswald (2), Sami Blomqvist, Brent Raedeke, Pavels Nikitins, Jonas Fischer, Jere Laaksonen, Alec Zawatsky (2), Fabian Koziol, Maximilian Hadraschek und Vincent Schlenker (alle Sturm). – Trainer: Leif Carlsson (Headcoach) und Sebastian Osterloh (Assistent).
Strafminuten: Regensburg 4 – Kaufbeuren 10 (+ 5+Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Yannik Burghart).
Zuschauer: 4521 (Donau-Arena Regensburg).
Schiedsrichter: Achim Moosberger und Patrick Altmann (beide Hauptschiedsrichter) sowie David Tschirner und Soeren Kriebel (beide Linesperson).
1. Drittel:
0:1 (17./PP1) Brent Raedeke (Sami Blomqvist);
2. Drittel:
0:2 (21.) Yannik Burghart (Tyson McLellan, Max Oswald);
1:2 (26.) David Morley (Corey Trivino, Alexander Berardinelli);
1:3 (27./PP1) Bernhard Ebner (Tyson McLellan, Max Oswald);
2:3 (28.) Kevin Slezak (Samuel Payeur, Guillaume Naud);
3. Drittel:
3:3 (60./EA) David Morley (Guillaume Naud, Alexander Berardinelli);
Overtime:
4:3 (63./PP1/GWG) Alexander Berardinelli (Jakob Weber, Dabid Morley).
NeuerTabellenplatz: Regensburg 4. Platz(58 Zähler aus 36 Partien/vorher 4.) – Kaufbeuren 14. Rang (27 Punkte aus 36 Spielen/zuvor14.).
Text: Jan-Mirco Linse
Foto: Andreas Nickl

